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Der Strich

 

Ein Strich, vital und tatbereit
des Daseins Ursinn wollte finden,
in anmutige Form sich binden –
sich sehnte nach Vollkommenheit.
So lief er zack und wieder zick,
in freier Bahn so auf gut Glück.
Doch wie er sich auch zog und kurvte,
zu rechten, linken Ecken schlurfte,
er blieb erfolglos, ein Versager;
blieb unpersönlich, dünn und mager.
Dann – lief er kreuz und lief er quer,
der Strich war Strich, kein Quentchen mehr
und wäre Strich gewiß noch heut. –
Da fiel ein Lichtstrahl in sein Leid;
zum erstenmal in seinem Leben
frontal er einen Punkt erblickte -,
den er in sein Interessen rückte.
Er fand ihn sonderbar, doch schön.
Ein Kernvermächtnis war gegeben,
der Punkt bot Rat, Sinn seinem Streben.
Mit ehrerbietiger Distanz,
in gleichsam zauberischer Trance,
begann er sich um ihn zu drehn,
so letztlich, sei es auch von hinten,
sein eignes Ich, sich selbst zu finden –
und fügte sich auf diese Weis’
naturgemäß zu einem Kreis. –
Es war erreicht, es war geschehn.
Der Strich sich nicht vergebens müht’ –
Erkannte er doch, wohlgeründet,
dass nur es sich zum Kreise bindet, ...

Wilhelm Ruppich

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Der KREIS gilt als Symbol für die Zusammenarbeit und freie, ununterbrochene künstlerische Arbeit.

 

In unseren Tagen, einer Zeit allgemeiner Verflachung und Überbewertung des Materiellen, will der KREIS alle jenen Menschen ansprechen, die an geistigen Werten lebendigen Anteil haben. Er will ein Forum für alle schöpferischen Kräfte sein, die eine freie Diskussion und möglichst verantwortungsvolle, offene Kritik für ihre weitere künstlerische Entwicklung unbedingt notwendig erachten.

Es ergibt sich von selbst, dass Diskussionen sich ebenso mit fachlichen Fragen beschäftigen als auch mit der Beziehung, die das Werk mit dem Leben der Zeit verbindet.

Der KREIS fühlt sich keiner einzelnen Richtung in der Kunst besonders verpflichtet; wir fordern vom Künstler ernste Arbeit und erwarten von ihm die Aussage des Wesentlichen.

Sowohl künstlerische als auch wissenschaftliche Arbeiten wollen wir nach unseren Möglichkeiten fördern.

Der KREIS verzichtet auf parteipolitische Bindung, ist aber nicht unpolitisch. Geistige Freiheit ist eine unerlässliche Voraussetzung jeder kulturellen Entwicklung.

 
Zu unseren wesentlichen Aufgaben zählt die Durchführung von Autoren- und Diskussionsabenden, Konzerten, Ausstellungen und die Herausgabe von Schriften. Unsere Arbeit besteht aber auch darin, Verbindungen zu anderen Gruppen und Vereinigungen aufzunehmen, Kontakte zu knüpfen und zu halten, Künstler als Gäste für Vorträge, etc. einzuladen.

Der KREIS soll wieder eine lebendige Künstlergemeinschaft werden, wie er das seit 1932 war.

 

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